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Gepostet by on Mai 8, 2013 | 11 Kommentare

Wie ich das erste Mal im Flieger duschte

Wie ich das erste Mal im Flieger duschte

Auf die Idee gekommen, diesen Artikel zu schreiben, bin ich durch den Aufruf zur Blogparade vom Jo Igele Reiseblog. Bei der Blogparade geht es darum, über das schönste, schrecklichste, außergewöhnlichste oder lustigste Flugerlebnis zu berichten. Da mache ich gerne mit und berichte über mein außergewöhnlichstes und wahrscheinlich auch schönstes Flugerlebnis.

Wie ich das erste Mal im Flieger duschte

Es ist mittlerweile schon zweieinhalb Jahre her. Nichtsdestotrotz kann ich mich noch sehr gut daran erinnern.  Es war auf dem Rückflug von einem Thailand-Trip. Ich wollte mit Emirates von Bangkok nach Deutschland fliegen, mit einem Zwischenstopp in Dubai. Die Strecke Bangkok-Dubai wurde damals mit einem nagelneuen A380 bedient. In Dubai erwartete mich leider ein Aufenthalt von gut acht Stunden. Da ich den Flughafen von Dubai schon von mehreren Zwischenstopps bzw. Aufenthalten in Dubai kannte, wusste ich, dass es dort kostenloses W-Lan gibt. Ich hatte mich also schon darauf eingerichtet, die lange Transferzeit mit Arbeiten am Notebook zu verbringen. Um möglichst fit zu sein, wollte ich eine möglichst angenehme Reise haben und im Idealfall gut schlafen können. Da ich auf einem Budget unterwegs war, flog ich Economy-Klasse, die ja bekanntermaßen nicht die besten Voraussetzungen für einen angenehmen Schlaf mit sich bringt.

 

Der A380 vom Gate aus gesehen

Der A380 vom Gate aus gesehen

Nach dem Check-In in Bangkok ging ich zum Gate. Dort konnte ich am Abfertigungsschalter einen Monitor sehen, auf dem die Sitzreihen und die einzelnen Sitze zu sehen waren. Verschiedenfarbige Symbole markierten, ob ein Sitz besetzt war (rot= Gast hatte schon eingecheckt), ob er reserviert war (gelb=Gast hat reserviert aber noch nicht eingecheckt) oder noch zu haben war (grün=Sitz ist nicht reserviert). Ich konnte meinen Sitz identifizieren und musste leider feststellen, dass in meiner Reihe alle anderen Sitze rot waren, während viele andere Sitze und teilweise ganze Sitzreihen (noch) grün waren. Puh, das bedeutet wohl eher wenig Schlaf auf diesem Flug. Es sei denn, ich könnte einen anderen Sitz klar machen. Wie so oft im Leben dachte ich mir: Fragen kostet nichts. Einen Versuch ist es Wert. Ich fragte also einen Mitarbeiter an der Abfertigung (ich glaube es war einer vom Bordpersonal), ob es nicht möglich sei, einen anderen Platz zu bekommen. In einer Reihe, wo weniger los ist. Die Antwort war eher ernüchternd „Der Flieger ist ziemlich voll, aber ich werde sehen, was ich machen kann. “ Naja, klingt nicht gerade vielversprechend. Noch ca. eine halbe Stunde bis zum Boarding. Ich beobachtete weiter den Monitor, auf dem sich langsam aber sicher so ziemlich alle grünen oder gelben Symbole in rote verwandelten. Kurz vorm Boarding war dann leider auch noch mein Ansprechpartner verschwunden. Schade, das wird dann wohl nichts , dachte ich mir.

Als ich mich dann im Flieger durch den Gang zu meinem Platz durchkämpfte, konnte ich schon von einigen Reihen weiter vorne aus erkennen, dass der Mitarbeiter auf meinen Platz stand und auf mich wartete. Wahrscheinlich will er mir jetzt sagen, dass er nichts für mich machen konnte …

Doch ich sollte eines besseren belehrt werden: Er hatte nicht nur einen Platz in einer anderen Reihe für mich organisiert, sondern mich in die Business-Class upgegradet. Und das im A380! Das hieß: Ab nach oben. Mit einem kurzen „Are you serious?“ vergewisserte ich mich, dass er es tatsächlich ernst meinte. Dann ließ ich mich nicht nochmal bitten und ging schnell die Treppen in die Business-Class hoch. Na prima, dann geht ja mein Plan mit dem einigermaßen ausgeschlafen in Dubai ankommen doch noch auf!

In der Business-Class angekommen, habe ich mich erstmal gemütlich eingerichtet, die Schuhe ausgezogen und in das dafür vorgesehen Schuhfach gestellt. Mein Smartphone in die USB-Ladebuchse gesteckt und den Sitz nach hinten geklappt.

Die Business -Klasse im A380

Die Business -Klasse im A380

 

Geschafft, ich bin in der 1. Klasse angekommen

Geschafft, ich bin in der 1. Klasse angekommen

 

Riesiger Monitor des Bord-Entertainment-Systems

Riesiger Monitor des Bord-Entertainment-Systems

 

Minibar im A380 Emirates

Die Minibar

Als ich es mir gerade so richtig gemütlich gemacht habe, kam ein Steward den Gang entlang und schien auf der Suche nach einer Person zu sein. Als er mich entdeckte, zeigte seine Mimik mir, dass er die richtige Person gefunden hatte. Da ging es mir durch den Kopf: „Och nö, will der mir jetzt sagen, dass sein Kollege einen Fehler gemacht hat und ich wieder runter in die Economy muss!?“

Der Steward fragte mich „Are you travelling alone?“ – Ok, nicht die Frage mit der ich gerechnet hatte. Ich sagte „Yes i do“. Daraufhin er: „I have a passenger in first class who is travelling with his wife. She has  the seat next to you. Would you mind switching the seats with the gentleman?“. Ich dachte ich bin im falschen Film. Der fragt mich jetzt ernsthaft, ob es mir etwas ausmacht, in der ersten Klasse zu fliegen!? Hell no!

Ich packte also wieder meine Sachen und ab ging es in die erste Klasse. Dort wurde ich dann von einer Stewardess eingewiesen. „Here you will find the minibar … this is the board entertainment system with a 20´´ Display … We will serve dinner approximately 40 minutes after take off. Here is the menu. Please choose the meal you would like … and if you want to sleep, just call me, i will then prepare your bed“. Verrückt. Eben noch in Economy, jetzt schon in der ersten Klasse! Mit entsprechendem erstklassigen Service. Das musste ich erstmal kapieren. Ich schaute mir alles in Ruhe an. In der ersten Klasse im A380 von Emirates hat jeder Gast eine kleine Kabine für sich. An der rechten Seite am Fenster befindet sich die Mini-Bar, die auf Knopfdruck nach oben fährt und ihren wertvollen Inhalt preisgibt. Der Monitor vor mir, war tatsächlich so groß wie mein Monitor zuhause und zeigte ein glasklares Bild vom A380 – das Bild war gerade auf die Kamera in der Heckflosse eingestellt. Und natürlich kann man den Sitz komplett zu einer horizontalen Liegefläche umbauen.

Die Stewardess kam dann noch einmal vorbei, um mir noch einige andere Dinge zu erklären. „In the front you will find our bar. Just sit down, relax and order what you want“. Schön, allerdings war mir nicht nach saufen zu Mute. Doch jetzt kam es „And if you want to take a shower, just tell me and i will prepare the bathroom for you“. Alles  klar: Ich werde also nicht nur ausgeschlafen in Dubai ankommen, sondern auch noch frisch geduscht. Besser geht’s nicht!

Tja und so war es dann auch. Ca. 45 Minuten vor der Landung bin ich dann duschen gegangen. Die acht Stunden in Dubai konnte ich dann gut ausgeschlafen und frisch geduscht ohne Probleme verbringen.

Das war wirklich mein schönstes Flugerlebnis. Bei der Landung dachte ich nur „Schade, dass der Flug schon vorbei ist!“

Da ich nur mein iPhone mit an Bord hatte, sind die Fotos leider nicht so dolle. Naja, und beim Duschen habe ich mich auch nicht fotografiert.

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Robin

Ich heiße Robin und liebe es, die Welt zu bereisen. Mittlerweile habe ich mehr als 50 Länder bereist und möchte meine Erfahrungen und Eindrücke in diesem Blog wiedergeben. Außerdem gebe ich Tipps zur Planung und Organisation von Weltreisen.

11 Kommentare

  1. Du Glückspilz! Mir ist etwas ähnliches bei Etihad passiert, allerdings „nur“ Business, ebenfalls mit Zitterpartie ob das Upgrade wirklich klappt. Es saß schon jemand auf meinem „neuen“ Platz, das Kabinenpersonal hat ihn dann aber zurück in die Economy geschickt 😉 Und auf einem Flug im Liegen schlafen zu können, war schon grandios.

  2. What a great experience Robin! I will be sure to ask next time that I am traveling :). I had heard that they were going to be initiating showers on planes, but I had never heard of anyone actually using them. Sounds interesting
    Danke!

    Andy

  3. Das ist ja wirklich eine ganz schlimmere Erfahrung… :) Nein Spass beiseite – klingt wie im Märchen und wird sicherlich immer in toller Erinnerung bleiben.

    Von Eco in Business kann es ab und zu ja noch einmal klappen, aber dann direkt auch (weil du so nett warst und dich geopfert hast für das Paar) in die First… – Respekt…

    Glaube dir, dass der Flug dann wirklich zu kurz war.

    Viele Grüße aus München
    Vanessa

  4. Tja, manchmal hat man eben Glück 😉 Coole Story!
    Wie so ein „Badezimmer“ mit Dusche im Flugzeug aussieht, hätte mich ja schon mal interessiert 😀
    Gruß, Marcel

    • Ja ich weiss auch nicht, warum ich DAVON kein Foto gemacht habe. War wohl noch was verschlafen ;-).

  5. Wie geil ist das denn!? Wenn mir jemand erzählt hätte, „im Flugzeug gibt es sogar Duschen!“, hätte ich ihm nen Vogel gezeigt. Aber dein Bericht ist einfach zu genial und zu glaubwürdig :)

    bass erstaunt: Karsten

  6. Duschen im Flugzeug – du Glückspilz. Das würde ich auch gerne mal machen. Leider reicht es bei meinen Flügen nur für Economy und von solche einem Tauschglück war ich bisher auch meilenweit entfernt. Aber wer weiß, vielleicht ergibts sich ja so etwas mal und dann stell ich ein Foto ein. :-)

  7. So ein Upgrade ist auf langen Flugreisen schon „nice“. Noch weiterhin wunderschöne 1st-Class Flüge!

    PS: Meinen eigenen Firstclass-Flug von CapeTown nach MUC musste ich allerdings selbst finanzieren. 6 Sitzplätze zu entfernen für einen Liegendtransport (wegen unerwarteter Krankheit) wäre teurer gekommen als der erstklassige Flug.
    Dazu kam noch der verfallene Rückflug, den ich ursprünglich gebucht hatte. So trifft Pech Schaden. Manchmal geht’s halt nicht so, wie es gehen soll…

  8. Das klingt ja abgefahren! Sowas würde ich auch gerne mal erleben!

    Ich hatte bis jetzt immer nur solche Flüge mit Fuß im Rücken, Sitzruckeln von Hintermann, schnarchender Sitznachbar, tropfende Klimaanlage, … 😉

  9. Hallo Robin. Toller Bericht. Ich habe die First Class von Emirate nur auf der ITB Berlin 2016 „testen“können. Einfach Mega. Gruß Ralf von Kreuzfahrt 4.0

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  1. Blogschau: August 2013 | Weltreiseforum: Die Informationsquelle für Individualreisende - [...] Besonders gut hat mir allerdings der Beitrag gefallen, wie es der Autor als Budgetreisender von der Economy Class in …

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