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Gepostet by on Okt 10, 2013 | 5 Kommentare

Eine Nacht auf der Princess Seaways – Ein Reisebericht

Eine Nacht auf der Princess Seaways – Ein Reisebericht

Die Princess Seaways ist ein Schiff der DFDS Seaways, einem dänischen Fährunternehmen, das Fährverbindungen in der Nord- und Ostsee anbietet – unter anderem auch auf der Strecke Amsterdam – Newcastle, auf der auch ich gefahren bin.

Das letzte Mal war ich vor knapp 10 Jahren auf einer Fähre – auf dem Weg von Helsinki nach Tallinn. Es war eine dieser Fähren, auf denen sich Skandinavier mit günstigem Alkohol eindecken und volllaufen lassen. Dementsprechend war ich etwas skeptisch, was die Fahrt von Amsterdam nach Newcastle anging. Ich durfte aber recht schnell feststellen, dass die DFDS Seaways damit nichts zu tun hat. Denn auf dem Schiff sind alle Passagiere in Kabinen untergebracht und es läuft recht gediegen ab.

Anreise

In Amsterdam liegt der Hafen nicht wie in Hamburg, mitten in der Stadt, sondern in Ijmuiden, einem Vorort von Amsterdam. Wenn man nicht mit dem Auto anreist, kann man einen Bustransfer nehmen. Der fährt um 16.00 Uhr vom Amsterdamer Hauptbahnhof ab und ist ca. 30-40 Minuten später in Ijmuiden. Für meinen Transfer stand ein moderner Doppeldecker bereit. Sehr sauber, sehr komfortabel. Das Schiff legt um 17.30 Uhr ab. Wer selbst anreist oder mit dem Auto kommt, der kann bereits ab 14.30 einchecken und sich schon ein wenig an Bord umschauen.

Auslaufen

Das Auslaufen und die anschließende Fahrt aufs Meer war mein persönliches Highlight. Es gibt zwar nicht viel zu sehen, da man recht schnell auf offener See ist. Aber es war ein Bombenwetter und zu dieser Jahreszeit (Anfang Oktober) scheint der Zeitpunkt perfekt zu sein, da kurz nach dem Auslaufen die Sonne auf der Backbordseite unterging und den Horizont rot färbt. Das wollten sich viele Passagiere nicht entgehen lassen und haben sich an Deck eingefunden. So einige Paare standen engumschlungen an der Reeling. Nur ich war alleine unterwegs. Das ist wohl das Schicksal eines Reisebloggers ;-).

DFDS Seawys im Hafen Amsterdam

Princess Seaways läuft aus

Passagiere an der Deck der Princess Seaways DFDS

Sonnenuntergang  DFDS Seaways

Das Schiff

Die Princess Seaways wurde 1986 in Dienst gestellt und 2006 generalüberholt. Ein bisschen Patina hier und da aber insgesamt machte das Schiff auf mich einen ordentlichen und sauberen Eindruck.

Kabine

Ich hatte eine sogenannte Seaways Classic Kabine mit Meerblick, eine Standard-Kabine für zwei Personen. Ich war positiv überrascht. Die Kabinen sind zwar klein, aber funktional. Auf kleinem Raum wird einiges untergebracht. Für mich alleine war der Platz ausreichend.Zu zweit und mit großen Koffern könnte es jedoch etwas eng werden. Wahrscheinlich lassen die meisten Passagiere ihr Gepäck eh im Auto. Zur Not finden Koffer auch unter dem Bett und der Couch Platz.

Die Betten sind übereinander positioniert. Wenn das obere Bett nicht benutzt wird, kann man es an die Wand klappen. Dadurch hat man mehr Platz. Wer zusammen in einem Bett schlafen möchte, für den gibt es die teureren Kabinen der Commodore-Class, die mit einem Doppelbett ausgestattet sind.

Kabine auf der DFDS Seaways

(M)eine Standard-Kabine

Ich habe in der Nacht fantastisch geschlafen. Das lag sicher zum einen daran, dass ich sehr früh aufgestanden bin. Zum anderen aber vielleicht auch ein wenig am Schaukeln des Schiffes, das mich wie in einem Kinderwagen in den Schlaf gewiegt hat. Erstaunlich, ich hätte eher gedacht, dass das unangenehm ist.

Gastronomie

Das gastronomische Angebot ist größer als ich erwartet habe. Hier merkt man, dass DFDS an Kreuzfahrtschiffen orientiert und die Gäste nicht nur von A nach B bringen, sondern auch unterhalten möchte. Es gibt drei Restaurants – ein Steakhouse, ein Buffet-Restaurant und ein Restaurant bei dem mehrere Menüs zur Auswahl stehen. Das All-you-can-eat Buffet hat mit 34,50€ einen stolzen Preis. Wem das zu viel ist, der findet im Lighthouse Café kleine Snacks die für den kleinen Hunger und/oder den schmalen Geldbeutel geeignet sind. Wobei ich das Preis-/Leistungsverhältnis auch hier nur so lala fand. Sandwiches kosten um die 4-5 Euro.

Seafood Buffet DFDS Seaways

Seafood Buffet als Teil des All-you-can-eat-Buffets

Zum Frühstück kann man sich für 14,50€ am Frühstücksbüffet bedienen. Oder man holt sich im Lighthouse Café ein belegtes Brötchen. Ich habe auf das Frühstück verzichtet, da ich noch etwas Brot und eine Banane übrig hatte.

Entertainment und Shopping

An Entertainment hat die Princess Seaways einiges zu bieten. Es gibt zwei Bars (eine davon mit Live-Musik), einen Nightclub (Livemusik und Tanzfläche) sowie ein Casino (mit Blackjack-Tischen) und ein Kino. Das, was ich von der Live-Musik gehört habe, klang gut. Die Klientel auf diesem Schiff scheint eher im Bereich der Familien, Paare und älteren Herrschaften angesiedelt zu sein, weshalb wilde Partynächte wohl eher rar gesät sein werden. Kreuzfahrtfeeling lässt grüßen.

Band an Bord der Princesss Seaways Bar an Bord der Princesss Seaways

Da ich alleine war und darauf keine Lust hatte, habe ich mich ins Kino gesetzt. Das ist allerdings nicht viel mehr als ein Raum mit Sesseln drin, in dem ein Beamer den Film auf eine Leinwand projiziert – das allerdings in guter Qualität.

An Bord gibt’s es auch einen Shop, der von Süßigkeiten über Alkohol, Tabak und Parfum bis hin zu Klamotten und Spielzeug ne Menge Zeug anbietet.

Einlaufen in Newcastle

Das Schiff läuft um 9 Uhr morgens in Newcastle ein. Von dort kommt man wiederum mit einem Bustransfer in die Innenstadt von Newcastle. Newcastle hat mich nicht vom Hocker gehauen. Wer mit dem Auto unterwegs ist wird wahrscheinlich gleich die Weiterreise antreten. Was man in Newcastle tun kann (oder auch nicht) das beschreibe ich in einem meiner nächsten Blogartikel.

DFDS Princess Seaways läuft in Newcastle ein

Fazit

Das Schiff hat mir besser gefallen, als erwartet und die Princess Seaways verstrahlt eher Kreuzfahrt- denn Fährenfeeling. Autoreisende mit Ziel Nordenengland bzw. Schottland finden hier eine interessante Alternative zu anderen Fähren oder dem Eurotunnel. Auf der Mini-Kreuzfahrt von Amsterdam nach Newcastle und zurück kann man in das Thema Kreuzfahrt reinschnuppern, ist aber natürlich kein Vergleich zu einer richtigen Kreuzfahrt. Ich würde hier auch die besseren Kabinen empfehlen, da man doch einige Zeit auf dem Schiff verbringt.

Mehr Infos zum Schiff und Preisen gibts auf der Seite von DFDS Seaways.

Hinweis: DFDS-Seaways hat mich bei dieser Recherchereise unterstützt. Meine Meinung bleibt davon aber unberührt.

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Robin

Ich heiße Robin und liebe es, die Welt zu bereisen. Mittlerweile habe ich mehr als 50 Länder bereist und möchte meine Erfahrungen und Eindrücke in diesem Blog wiedergeben. Außerdem gebe ich Tipps zur Planung und Organisation von Weltreisen.

5 Kommentare

  1. Da hast du aber mit dem Wetter echt richtig viel Glück gehabt. Ich bin im vergangenen Oktober die Strecke gefahren – die DFDS Schiffe sind auch echt ideal für diese Überfahrt und habe erst unten (ich glaube Etage 9) geschlafen und dann oben direkt vorne. Die Sonnenaufgänge und Untergänge sind einfach ein Traum, aber das Wetter war dank Herbststurm auf der Rückfahrt etwas suboptimal für gutes Schlafen. Hatte in der Nacht das Gefühl das Schiff würde fliegen.

    • Hallo Janett,

      das kann ich mir gut vorstellen. Das Wetter war bei meiner Überfahrt ruhig. Windig, klar, aber nicht stürmisch. Ich fands echt angenehm zum Schlafen, hab aber auch schon berichte gelesen wo es Leuten nicht so gut ergangen ist. Aber wahrscheinlich ist das auch ein bisschen Typfrage, ob man das Schaukeln verträgt.

  2. Ich war vom 17.10.13 bis 22.10.13
    auf der analogen Reise von Amsterdam nach Schottland über Newcastle unterwegs.
    Ich war das erste Mal auf einer Fähre und hatte (ausgerechnet zu meinem Geburtstag)auf der Hin- und Rückreise schlechte Karten (selbst ausgesucht!). Also ich war den Seegang nicht gewöhnt und musste Reisetabletten nehmen.Aber eben leider zu spät.Somit lag ich am 17.10. schon 20:24 Uhr in meinem Bett…
    Es ist ein schönes Schiff und die Versorgung und alles hat mir echt gut gefallen.
    Ich hab natürlich auch Bilder ohne Ende gemacht und hab in einem Forum, wo ich bin über meine Reise geschrieben.
    Ich war mit trendtours Frankfurt am Main unterwegs und
    es hat alles gepasst von Anfang bis zu Ende.
    Bei der nächsten Fährüberfahrt nehm ich einfch 30 Minuten vorher eine Tablette….
    Herzlichst, Sabine

    • Hallo Sabine,

      Glückwunsch nachträglich ;-). Das ist natürlich schade, wenn es einem auf dem Schiff schlecht geht. Dann macht die Überfahrt natürlich eher wenig Spaß. Ich hoffe, dass die Reisetabletten beim nächsten Mal helfen.

  3. Meine Hinreise von Ijmuiden nach Newcastle war am 03.12.2013 in einer Innenkabine auf der King Seaways.
    Zwei Übernachtungen hatte ich auf dem Schiff. Die Kabine war recht klein, aber sauber und für 1 Person ausreichend. Die Preisgestaltung in den Restaurants ist zu hoch. Der Ablauf der Minikreuzfahrt war gut organisiert. Der erste Tag in Newcastle bei strahlend blauem Himmel war ein Genuss. Newcastle ist eine interessante Stadt und hat viel zu bieten. Da eine Schlechtwetterfront das Auslaufen der King verhinderte, mussten alle Passagiere noch eine Nacht an Bord in Newcastle verbringen. Ein Abendessen und ein Frühstück bekamen wir gratis. Am 2. Tag wurden wir wieder mit dem Bus vom Hafen nach Newcastle und zurück, kostenlos befördert. Abends konnten wir dann auf der Princess Seaways einchecken. Die beiden Schiffe ähneln sich bis auf einige Kleinigkeiten. Die Überfahrt nach Ijmuiden war ungemütlich und der Kapitän warnte mehrmals, dass die Kabinen nach Möglichkeit nicht verlassen werden sollten. Wir hatten hohe Wellen und Sturm. Die Reise ist trotzdem sehr zu empfehlen.

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