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Gepostet by on Aug 20, 2015 | 1 Kommentar

Leben mit Locals – Wie ich die beste Form der Sprachreise (er)fand

Leben mit Locals – Wie ich die beste Form der Sprachreise (er)fand

Maren culturideDies ist ein Gastbeitrag von Maren Ehlting. Sie ist Mit-Gründerin von Culturide.com, einer Internet-Plattform, die Traveller und Locals zusammenbringt, um gemeinsam die jeweilige Sprache zu lernen. Maren habe ich im betahaus Hamburg kennen gelernt, wo ich zur Zeit coworke. Sie erzählte mir von der Idee, und ich war sofort begeistert. Noch ist das Projekt nicht gestartet, aber ihr könnt euch schon anmelden und erfahrt, wann es los geht.

 

Sprachreisen sind eine tolle Möglichkeit, seine Fremdsprachenkenntnisse im Ausland zu verbessern und neue Kulturen kennenzulernen. Eigentlich. In der Praxis habe ich jedoch andere Erfahrungen gemacht. Bucht man eines der herkömmlichen Angebote, ist es nämlich  gar nicht so einfach, mit gleichgesinnten Locals in Kontakt zu kommen. Deshalb bleibt das Anwenden der Sprachkenntnisse leider oft auf den gebuchten Kurs beschränkt.

Die internationale WG

Meine erste Sprachreise führte mich nach Málaga, Spanien. Vor meiner Anreise malte ich mir aus, wie ich in den kommenden Wochen das andalusische Leben kennenlernen, Freundschaften mit Einheimischen schließen und meine Spanischkenntnisse auf ein ganz neues Level bringen würde. Ich hatte über die Sprachschule ein Zimmer in einer WG im Zentrum Málagas vermittelt bekommen. Als ich schließlich dort ankam, erwarteten mich statt internationalem oder gar spanischem Flair meine 5 deutschen Mitbewohner.  Gemeinsam mit meinen neuen deutschen Bekannten beschloss ich,  nach der täglichen Einheit Sprachkurs die Orte zu besuchen, die uns als absolute Insider-Tipps angepriesen wurden. Leider waren wir nicht die Einzigen, denen diese Empfehlungen mit auf den Weg gegeben wurden. Wir trösteten uns damit, dass wir immerhin unsere Tapas auf Spanisch bestellen konnten. Leider konnte dieses kurze Intermezzo aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass ich nicht wirklich ein Sprachreisender – sondern vielmehr ein Tourist war und es während der kommenden vier Wochen auch bleiben würde.

Die Gastfamilie

Bei meiner nächsten Sprachreise nach England gab ich dann ein kleines Vermögen aus, um in einer Gastfamilie aufgenommen zu werden. Ich wollte endlich die Möglichkeit haben, meine Kenntnisse im Gespräch mit Muttersprachlern zu verbessern. Die Eltern der Gastfamilie mussten jedoch viel arbeiten. Ich wurde das ein oder andere Mal gebeten, als Babysitter für die beiden Kinder im Vorschulalter zu fungieren. Zeit für gemeinsame Ausflüge oder längere Gespräche gab es leider nicht. Deshalb traf ich mich nach dem Abendessen oder an den Wochenenden doch wieder mit meinen Bekannten aus der Sprachschule.

Die Locals-WG

Als ich im Rahmen eines Austauschprogramms meiner Uni für ein Semester nach Argentinien ging, fand ich endlich, wonach ich in England und Spanien vergeblich gesucht hatte: Die spannende Erfahrung, meine Sprachkenntnisse im Gespräch mit einheimischen Freunden zu verbessern und eine neue Kultur wirklich kennenzulernen.

Ich lebte zusammen mit 25 Argentinierinnen in einer WG, wo ich meine Spanischkenntnisse jeden Tag verbessern konnte und musste. Mit der Zeit konnte ich auch bei komplexeren Themen mitdiskutieren, was nicht nur zu einer beachtlichen Erweiterung meines Wortschatzes führte, sondern mir auch einen einmaligen Einblick in die argentinische Kultur gewährte und Freundschaften entstehen ließ, die bis heute Bestand haben.

Fazit

Meine Zeit in Argentinien, an die ich immer wieder gerne zurückdenke, brachte mich auf eine Idee: Sollte es in Zeiten der Sharing Economy nicht viel einfacher möglich sein, sich mit gleichgesinnten Menschen zu vernetzen? Zu Schulzeiten hatten solche Sprachaustausche doch auch funktioniert.

Hieraus entstand die Idee zu Culturide. Mit Culturide entwickeln wir nun eine Plattform, die genau diesen Zweck hat: Menschen zusammenzubringen, die die Sprache des jeweiligen Gastes oder Gastgebers lernen möchten, gemeinsame Interessen haben und die Kultur eines Landes kennenlernen möchten. Reisende können im Sprachaustausch mit ihrem Gastgeber lernen und somit eine kostengünstige, effiziente und vor allem spannende Alternative zu regulären Sprachreisen erleben

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Robin

Ich heiße Robin und liebe es, die Welt zu bereisen. Mittlerweile habe ich mehr als 50 Länder bereist und möchte meine Erfahrungen und Eindrücke in diesem Blog wiedergeben. Außerdem gebe ich Tipps zur Planung und Organisation von Weltreisen.

1 Kommentar

  1. Sehr schöne Idee, ich bin vor 13 Jahren nach Mexiko ausgewandert, mit zwei Koffern und ein paar wenigen Wörtern Spanisch im Gepäck. Da ich mein erstes Jahr in Merida verbrachte, wo kaum jemand Englisch (und noch weniger Deutsch) sprachen musste oder durfte ich innerhalb weniger Monate Spanisch lernen. Es gibt keine bessere Methode als das Zusammenleben mit Locals. LG

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